Das Problem des Komischen

Eine philosophische Studie über die Ursprünge des Lachens

Peter Marteinson (Ph.D., University of Toronto) Mitherausgeber, Applied Semiotics / Sémiotique appliquée  

B105.C456M373 2006. LEGAS Press, Ottawa, Canada.
ISBN 1-894508-91-2, 224 p., 79 $ CAD


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Die Ontic-Epistemic Theory of the Comic, die in diesem Buch entwickelt wird, kann folgendermaßen zusammengefasst werden: Normal-menschliche Kognition ist subjektiv und anthropomorph, was bedeutet, dass Menschen nicht in der Lage sind, äußere Realität zu sehen, ohne diese ihren Werten, Überzeugungen und Urteilen entsprechend zu re-interpretieren. Wir sehen die Welt nicht durch „rosarote Brillen“, sondern durch bunte und stetig wechselnde Linsen, derer wir uns fast nie bewusst sind und die unsere Wahrnehmung in unterschiedlichen Weisen modifizieren, gar verzerren, je nachdem, was unsere Kultur uns in einer bestimmten Situation zu sehen gelehrt hat. So ist als nicht nur die Selektion der Fakten, die wir als externe Gegebenheiten wahrnehmen, sehr beschränkt – durch unterschiedliche Formen von Filtern, Selektionen und Simplifikationen. Auch bringen wir einiges kulturelles Gepäck mit in die Wahrnehmung, um allem eine soziale Signifikanz zuzuschreiben – und eine Ausrichtung auf das Menschliche.

Wahrnehmung wird nahezu immer von sozialen Interessen regiert und geformt, doch wäre es unmöglich auch nur an kulturelle Werte zu glauben, oder in einer auf sie basierenden Gesellschaft zu leben, wäre es für jeden offensichtlich, dass diese soziokulturellen Institution bloße, willkürliche Konstrukte sind, die zunächst ersonnen und später tradiert und akkulturiert wurden, ohne wirklich da zu sein. Normal-menschliche soziale Kognition dient also im Wesentlichen dazu, den kollektiv so bezeichneten Unterschied zwischen den Entitätstypen 'wahr' und 'falsch' aufzuheben. Das physische Objekt darf niemals glaubwürdiger erscheinen als das mentale – oder gar als etwas anderes. Der soziale Status eines Menschen darf nicht weniger real erscheinen als sein Körper, und wenn wir in Gedanken Statuskonzepte mit der tatsächlichen Person assoziieren, etwa in der blauen Uniform eines Polizisten, dürfen wir das nicht als Tarnung begreifen, denn der soziale Status eines wahren Polizisten, ein bloßes Gedankenobjekt, muss untrennbar (und ununterscheidbar) vom individuellen Polizisten sein, vom real-biologischen Organismus.

Das Komische also, das was lachen macht, ist nach Marteinsons Theorie, die Wahrnehmung eines „Auftrennens der Säume“ zwischen äußeren Wahrheiten, intuitiven Ideen und kulturellen Konzepten, von denen normalerweise alle nivelliert und in anthropomorpher Wahrnehmung angeglichen werden. Soziales Sein und materieller Fakt haben unterschiedliche Kriterien für Wahrheit und Unwahrheit, und dies wird durch das Komische offenbar. Lachen ist daher eine instinktive Reaktion auf ein epistemologisches Schachmatt; ein Ereignis, in dem Wahrnehmungen zertrümmert und in die verschiedenen ontischen Objektklassen fragmentiert werden, die sie normalerweise ausmachen. Wenn dies geschieht, verliert soziale Realität für einen Moment den epistemologischen Wahrheitsgehalt, und die physische Welt ist in ihrer kulturellen Armut alles, was zur Wahrnehmung zur Verfügung steht. Die kulturellen Intensionen, die das lachende Subjekts in seinen oder ihren intuitiven Konzepten den konkreten Begebenheiten gleichgestellt hatte, verschiebt sich von einem hohen Akzeptanzgrad hin zu einer Wahrnehmung von Unwahrheit. Das Lachen dient Lachen dazu, normale soziokognitive Wahrnehmung wiederherzustellen und das Vergessen des komischen Reizes zu ermöglichen. Regelmäßig beinhalten diese Reize Konzepte sozialer Identität und andere Aspekte der Wahrnehmug sozialer Rollen. Daher betrachtet dieses Buch das Lachen vom Standpunkt der Ontologie des Sozialen Seins.



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We thank Mr. Michel Büch for this translation; any errors are our own.






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Aktualisiert 27. Mai 2015